Gerinnungsselbstmanagement

Bestimmte Umstände oder Erkrankungen können dazu führen, dass die Blutgerinnung (Koagulation) dauerhaft durch ein Medikament (in der Regel Marcumar® oder Falithrom®) gehemmt werden muss.

Dabei ist es wichtig, dass stets die richtige Dosis des Medikaments eingenommen wird, denn

... ist die Blutgerinnung zu stark gehemmt, könnte das zu unstillbaren inneren oder äußeren Blutungen führen.

... ist sie zu schwach gehemmt, besteht die Gefahr, dass sich ein Blutgerinnsel bildet, welches zu einem Schlaganfall oder einer Thrombose/Embolie führt.

Entscheidend für die richtige Dosisfindung ist der Gerinnungswert (INR* / Quick). Dieser wird herkömmlich beim Arzt durch eine venöse Blutabnahme ermittelt. Da die Blutgerinnung natürlichen Schwankungen unterliegt, kann die Medikamentendosis allerdings nicht mit einer einmaligen Untersuchung ein für alle Mal festgelegt werden, sondern die Gerinnungswertmessung muss in regelmäßigen Abständen (leitliniengerecht = 1 x pro Woche) wiederholt und die Medikamentendosis entsprechend angepasst werden.

Unter bestimmten Voraussetzungen können Patienten selbst den Gerinnungswert mittels eines Bluttropfens aus der Fingerbeere ermitteln und die nötigen Veränderungen der Medikamentendosis vornehmen. Diesen Vorgang bezeichnet man als Gerinnungsselbstmanagement.


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* INR = International Normalized Ratio